Döhrener Klage

Döhrener Klage

Im Jahre 1907 wurde Döhren wie auch andere Randdörfer nach Hannover eingemeindet. Die Verhandlungen führte Heinrich Abelmann. Die Stadt Hannover versprach dafür u.a. den Anschluss an die Kanalisation und eine Straßenbeleuchtung. Wie so oft im Leben, wurde die Umsetzung der versprochenen Maßnahmen verzögert. Daraufhin drohten die Döhrener, ihre Kanalisation in die Leine einzuleiten. Das hat dann wohl die Umsetzung der Maßnahmen etwas beschleunigt. In dieser Zeit ist das nachfolgende Gedicht von Herrmann Löns entstanden, der damals Zeitungsreporter in Hannover war.

Text: Fritz von der Leine (Hermann Löns)

Sprecher: Bruno Hanne

Der Text:

Als wir noch Dörfler waren
war es bis halb zwölfe hell.
Jetzo find man schon um Zehne
nicht mehr richtig von der Stell.

Scheint kein Mond, dann ist es dunkel,
jeder geht mit der Latern‘
ist das den der Großstadtfortschritt
ihr verehrten Rathausherrn.

In Hannover brennt’s bis dreie
und noch länger hell das Licht,
damit jeder noch ’ne Kneipe
finden kann, wir könn‘ das nicht

Für die Damen des Asphaltes
spart man nicht, das teure Gas,
Doch dem tugendhaften Vorort
knapsts mans ab, wie find’n wir das

Dumpfes Murren herrscht im Vorort,
weil man es nicht recht begreift.
Ist man denn nun eingemeindet
oder ist man eingeseift?

Ein historisches Bauwerk

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